Johanneskirchen: Münchens Herausforderung bei der Integration von Geflüchteten

Karte von München, auf der die Bezirke entsprechend der Belastung durch Flüchtlingsunterkünfte eingefärbt sind

München, die stolze Landeshauptstadt Bayerns, scheint bei der Unterbringung von Geflüchteten nicht nur das Herz, sondern auch den Verstand verloren zu haben. Während die Stadtverwaltung sich mit leeren Versprechungen brüstet, zeigt die Realität ein Bild des Versagens und der Ungerechtigkeit.

Die Landeshauptstadt München steht vor einer bedeutenden Herausforderung: Die Unterbringung von Geflüchteten, die vor Krieg, Gewalt und Verfolgung Zuflucht suchen. Während die Stadt betont, dass sie bestrebt ist, eine gleichmäßige Verteilung der Unterkünfte über das gesamte Stadtgebiet zu erreichen, zeigen die aktuellen Daten und Entwicklungen ein anderes Bild. Insbesondere der Stadtbezirk Johanneskirchen scheint überproportional belastet zu sein.

Kein Bezirk in München hat so viele Plätze für Fluchlinge wie Bogenhausen (Bezirk 13)

Johanneskirchen: Das Bauernopfer der Stadt

Bogenhausen und insbesondere Johanneskirchen werden von der Stadtverwaltung als Abladeplatz für Geflüchtete missbraucht. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Bogenhausen beherbergt bereits jetzt einen unverhältnismäßig hohen Anteil an Geflüchteten. Und was macht die Stadt? Sie plant noch mehr Unterkünfte in diesem Bezirk!

Ungleichmäßige Verteilung

Ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt, dass Bogenhausen, zu dem auch Johanneskirchen gehört, bereits 2.590 Bettplätze hat. Mit den geplanten und zusätzlichen Bettplätzen für die kommenden Jahre wird diese Zahl auf 3.210 ansteigen. Dies entspricht 11,77 % der gesamten geplanten Bettplätze in München. Zum Vergleich: Die Bevölkerung von Bogenhausen macht nur 5,53 % der Gesamtbevölkerung Münchens aus.

Speziell für Alt-Johanneskirchen: Der Stadtteil hat ungefähr 3.152 Einwohner und bereits 423 Bettenplätze an der Musenbergstraße. Mit den geplanten Unterkünften am Mirabellenweg und der Glücksburger Straße wird diese Zahl um weitere 475 Plätze auf 898 Plätze steigen, was 28,46 % der Bevölkerung von Johanneskirchen ausmacht.

Wenn wir diese Zahlen auf ganz München anwenden würden, würden insgesamt 1.588.330 Einwohner x 28,46% = 452009 Flüchtlinge in München leben. Völlig unrealistisch!

Gleichmäßig ist was anderes.

Die Folgende Tabelle zeige die genaue Zahlen. 

Bezirk Fläche (km²) Einwohner Einwohner pro km² Plätze für Flüchtlinge - derzeit Geplant Zukünftig Flüchtlinge pro 100 Einwohner (zukünftig)
1 Altstadt-Lehel3.1520,8086,61448480.23
2 Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt4.450,91511,567188-90980.19
3 Maxvorstadt4.352,26912,1615615611.07
4 Schwabing-West4.3668,60315,723000
5 Au-Haidhausen4.2263,38315,0201001000.16
6 Sendling3.9441,01110,4121501500.37
7 Sendling-Westpark7.8161,7027,8955675670.92
8 Schwanthalerhöhe2.0728,98614,0015505501.9
9 Neuhausen-Nymphenburg12.91100,4957,7817747740.77
10 Moosach11.0955,7615,0264801846641.19
11 Milbertshofen-Am Hart13.4276,9985,7393982806780.88
12 Schwabing-Freimann25.6779,0923,081204331323562.98
13 Bogenhausen23.7194,3173,977263274633783.58
- Oberföhring15,0000
- Johanneskirchen11,0004234748978.15
-- Alt-Johanneskirchen3,15242347489728.46
- Herzogpark10,0000
- Englschalking24,000179515219478.11
- Daglfing5,5004141205349.71
- Parkstadt12,0000
- Altbogenhausen13,0000
14 Berg am Laim6.3247,1487,466101610162.15
15 Trudering-Riem22.4576,0023,385118411841.56
16 Ramersdorf-Perlach19.9119,5726,0102882880.24
17 Obergiesing-Fasangarten5.7253,9649,433114123813792.56
18 Untergiesing-Harlaching8.0654,0686,711000
19 Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln17.76101,0875,691113211321.12
20 Hadern9.2251,2395,55501101100.21
21 Pasing-Obermenzing16.580,3094,8683973970.49
22 Aubing-Lochhausen-Langwied34.0654,6191,60499588018753.43
23 Allach-Untermenzing15.4536,0172,331338233611
24 Feldmoching-Hasenbergl28.9463,1102,1811604466060.96
25 Laim5.2956,85510,7568048041.41
Gesamt1,588,33018,5783,87622,4541.34

Die Tabelle zeigt die Proportion von Bettplätzen für jeden Bezirk der Stadt München. Bezirke wie Schwabing Freimann und Bogenhausen werden besonderes belastet.

  • Die Stadtbezirke Altstadt – Lehel, Schwabing West, Au Haidhausen, Berg am Laim übernehmen insgesamt 1.269 Geflüchtete: bei 202.424 Einwohner! 
  • Bogenhausen muss 3.210 bei 92.593 Einwohner  
  • Johanneskirchen 1.043 bei 3.152 Einwohner.

 

Zweiklassengesellschaft in München

Die Tabelle zeigt es deutlich: Es gibt Bezirke erster Klasse und Bezirke zweiter Klasse in München. Während einige Bezirke kaum belastet werden, müssen andere überproportional viele Geflüchtete aufnehmen. Das ist nicht nur ungerecht, sondern auch kurzsichtig und gefährlich.

Mangelnde Transparenz bei der Standortwahl

Die Stadt München hat über 160 Standortvorschläge für die Errichtung von Unterkünften geprüft. Doch trotz dieser hohen Zahl bleibt unklar, warum bestimmte Standorte, insbesondere in Johanneskirchen, ausgewählt wurden und andere nicht. 

In unserer Korrespondenz mit der Stadt wurde eine referatsübergreifende Task Force „Unterbringung Flucht und Wohnungslosigkeit – TF UFW” erwähnt, die alle potenziellen Grundstücke prüft. Doch wie genau diese Entscheidungen getroffen werden und welche Kriterien dabei zugrunde liegen, bleibt unklar. Wir haben kein Bericht bisher gesehen!

Die Stadt hat nicht ausreichend begründet, warum genau diese Standorte bevorzugt wurden. Dies wirft Fragen auf und lässt Raum für Spekulationen.

Verwaltungsfreundlichkeit statt Bürgerinteresse?

Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Stadt München den Weg des geringsten Widerstands geht und Standorte auswählt, die am einfachsten für die Verwaltung zu handhaben sind. Dies geschieht möglicherweise auf Kosten des Wohlergehens sowohl der Bürger als auch der Geflüchteten. Eine solche Vorgehensweise kann zu Spannungen in den betroffenen Stadtteilen führen und die Integration der Geflüchteten erschweren.

Für eine richtige Integration

Es ist wichtig zu betonen, dass wir nicht gegen die Integration von Geflüchteten sind. Ganz im Gegenteil: Wir setzen uns für eine richtige und nachhaltige Integration ein. Dies bedeutet jedoch, dass die Verteilung und Unterbringung der Geflüchteten in einer Weise erfolgen muss, die sowohl den Bedürfnissen der Geflüchteten als auch den Anforderungen und Bedenken der lokalen Gemeinschaft gerecht wird.

Fazit

Die Verteilung von Geflüchteten in München erscheint nicht gleichmäßig, und Johanneskirchen wird besonders belastet. Es ist wichtig, dass die Stadt München transparenter in ihrer Entscheidungsfindung wird und sicherstellt, dass die Interessen und Bedenken aller Bürger berücksichtigt werden. Nur so kann eine harmonische Integration der Geflüchteten in die Münchner Gemeinschaft gewährleistet werden. Wir können das nicht akzeptieren.